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DeutschlandTour, Teil 2: Hamburg

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November 1986: ein 9jähriger fränkischer Junge wird Kandidat bei „1, 2 oder 3“, fliegt deshalb zum ersten Mal nach Hamburg, verliebt sich spontan in die Stadt (und ein bisschen in Biggi Lechtermann).
Januar 2018: derselbe, mittlerweile 40jährige Junge kommt zum umpften Mal nach Hamburg, spielt vier Tage auf der Reeperbahn, ist immer noch verliebt in die Stadt (und nicht mehr so sehr in Biggi Lechtermann).

Hamburg war schon immer die Nummer 1 auf meiner Liste der „Falls ich aus irgendwelchen Gründen doch mal Lust hätte, in einer funktionierenden Stadt zu wohnen“-Städte und daran hat sich nichts geändert. Und da es mittlerweile an Weiberfastnacht sogar Karnevalspartys in Hamburg gibt, glaube ich, die Stadt bereitet sich schon ein bisschen auf mein Kommen vor.

Ich liebe diesen Kontrast zwischen schlimmster Schröddeligkeit (wie schafft man es eigentlich, dass nichts, aber auch gar nichts, was auf der Reeperbahn mit „Sex“ und „Erotik“ wirbt, irgendwie Lust auf „Sex“ und „Erotik“ macht?) und schlimmster Schnöseligkeit (wenn Ihr mal mutig seid, geht mal ohne Burberry-Jacke an der Alster spazieren. Rechnet aber damit, dass man Golden Retriever auf euch hetzt, mit Matcha-Latte übergießt und den Kindern zuruft: „Geh da weg, Torben-Eustachius, der Unterschichten-Mann hat bestimmt Skorbut!“)

Dank eurer Tipps hatte ich diesmal ein strammes Programm: am 11.1. morgens auf der Plaza mit der Elbphilharmonie auf ihren ersten Geburtstag anstoßen (bei der Fähre 72 dorthin übrigens einfach einsteigen und nicht drauf warten, dass Sascha Hehn rauskommt und dich persönlich zum Captains-Diner einlädt. Das ist ne Fähre! Da wartet keiner! Sonst steht Ihr genau wie ich immer noch an der Landungsbrücke, während das Ding einfach wegfährt...). Bei der Nord Coast Roastery einen doppelt gefilterten, südäthiopischen Schokoladen-Stachelbeer-Noten-Kaffee trinken (war im Grunde halt n Kaffee. Aber lecker. Und Blick aufs Wasser!). Im Kokomo Noodle Club im Schanzenviertel die beste Ramen-Suppe seit langem essen. Und natürlich: Miniaturwunderland! (Wie originalgetreu da alles ist, merkt man daran, dass der Transrapid nicht funktioniert).
Wenn Ihr übrigens mal Lust auf eine Hamburg-Stadtführung habt, die deutlich über die üblichen Klischees hinausgeht, empfehle ich euch meinen Freund Marcmueller - your guide in hamburg der mir diesmal z.B. das Karoviertel gezeigt hat. Ich kenne niemanden, der so wie Marc zu jeder Straßenecke, jedem Graffiti und jedem Fischbrötchen noch ne Geschichte im Köcher hat.

Eines der Highlights dieser vier Tage (neben den Shows im Schmidtchen - tausend Dank an alle, die da waren!) war übrigens das Gewürzmuseum in der Speicherstadt. Aber nicht unbedingt wegen der Exponate - es ist mehr so eine Art begehbares Gewürzregal - sondern wegen der wunderbar mitfühlenden Frau im Kassenhäuschen:
Sie: „Haben Sie denn irgendeine Art von Ermäßigung?“
Ich: „Äh... nein.“
Sie: „Ach Menno! Dann muss ich den vollen Preis berechnen!“
Ich: „Ja das... tut mir auch irgendwie leid. Wieviel isses denn?“
Sie: „5 Euro!!!!“

Sagt mal, wie abgerockt sehe ich eigentlich aus? Gleich morgen kaufe ich ne Burberry-Jacke...

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