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EuropaTour Teil 5

(Kommentare: 1)

Italien I (Vieste)

"Und, was hat Sie dazu bewogen, nach Italien zu gehen? Die Kultur, die Landschaft, die Menschen, das gute Essen?"
"Also, ehrlich gesagt: ich hatte nicht die nötigen Papiere, um mit meinem Hund durch Albanien und Montenegro zu fahren und deshalb bin ich jetzt halt hier. Wo geht's denn bitte zur Fähre nach Griechenland?"

Ich weiß, das klingt nicht nach dem aller romantischsten Grund für eine Italienreise, aber Italien und ich - das hatte bisher auch nicht viel von einer Romanze. Der Gardasee war mir zu voll, die Toscana zu Erdkundelehrer-mit-Barolo-Glas-in-der-Hand-ig und die (nord)italienische Willkommenskultur des "Wir tun einfach mal so, als wärst du nicht da" hat mich auch nicht richtig überzeugt.

Erst als mich ein paar Freundinnen mal zu einem Rom-Trip überredet haben, dachte ich mir: "Ach so! So nett kann das also sein!" Und da es bei dieser Reise ja auch ein bisschen darum gehen soll, lieb gewonnene Vorurteile auf den Prüfstand zu stellen, und mir ständig Menschen gesagt haben, ich müsse gefälligst mal nach Süditalien fahren, weil da alles ganz anders sei, bin ich jetzt eben in Süditalien.

Erste Station: Vieste, ein bildhübscher kleiner Ort auf den "Sporen" des italienischen Stiefels. Wir kommen an, parken auf einem städtischen Parkplatz, ein freundlicher Parkwächter verlangt drei Euro, ich gebe ihm einen 10-Euro-Schein, wir plaudern ein bisschen, er erzählt, dass er im Sommer in Stankt Peter-Ording arbeitet. Dann geht er weg, um Wechselgeld zu holen. "Na siehste", denke ich mir, "geht doch schon viel freundlicher los."

Tja. Sie ahnen, wie's weitergeht.

Der "Parkwächter" verschwand um die nächste Ecke, mein 10-Euro-Schein mit ihm und nachdem mir der Herr aus dem angrenzenden Kiosk erstaunt erklärt hatte, dass es hier keine Parkwächter gibt, holte ich mir ein Ticket aus dem Automaten. Ich hätte mich gerne aufgeregt, aber ich musste leider so lachen. Lehrgeld bezahlt in Sekunde 1 - das hatte ich auch noch nie.
Na ja, ab jetzt kann's nur noch besser werden. Andererseits: ich hab natürlich auch noch 20-Euro-Scheine...

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Kommentar von Christina |

Hach, Italien und die netten Menschen. Erinnert mich an mein Aha-Erlebnis in Mailand: ich laufe über den Domplatz, wie jede Touristin am ersten Tag, und ein netter Mann drückt mir plötzlich eine Handvoll Maiskörner in die Hand. Zack, ich werde wie eine Disneyprinzessin für Arme von Tauben umschwärmt. Er fragt mich, ob er mich fotografieren darf. Ich drücke ihm mein Handy in die Hand, er macht ein paar Fotos, die tatsächlich ganz schön sind. Ich bedanke mich und will schon weiterziehen, bis er mich festhält und 5 Euro für die Fotos möchte. Und er lässt nicht locker (und seine Kumpels, die im Hintergrund plötzlich aufgetaucht sind, wirken auch nicht sehr zimperlich), also drücke ich ihm einen Fünfer in die Hand und habe dann meine Ruhe.