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#DeutschlandTour, Teil 4: Leipzig und Umgebung

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Leipzig, du bist ja eh großartig, weißte ja. Auf meiner persönlichen Top 3 der deutschen Städte belegst du schon seit Jahren nach Köln und Hamburg einen stabilen dritten Platz, und dass jetzt mein erster Auftritt nach dreieinhalb Monaten auch noch hier stattfand, macht dich natürlich noch sympathischer. Ich meine das ganz ernst: Westler, die es nach 30 Jahren Wiedervereinigung immer noch nicht bis Leipzig geschafft haben: Schämt euch, stellt euch in die Ecke, singt drei Bachkantaten und denkt mal ernsthaft über eure verfehlte Urlaubsplanung nach!

Leipzigern vertraue ich so blind, dass ich diesmal ganz entgegen meinen fränkischen Sozialnerd-Instinkten sogar eine Einladung angenommen habe: Mario von "Stadtstromer" hatte mir eine Tour angeboten und das waren wirklich drei extrem unterhaltsame Stunden. Mario kennt nicht nur jedes Gebäude, jede Brücke und jede Pflanze in Leipzig, sondern auch jeden „Huggel“ in der Straße und weist rechtzeitig vorher darauf hin. Na und als wir dann noch über die Könneritzbrücke fuhren, auf der großen Teile des Fanta 4-Videos zu „Die da“ gedreht wurden, da konnte es eigentlich kaum noch besser werden. (Warum genau spielte das Video der Schwaben-Rapper eigentlich in Leipzig? Und warum bleibt die Frau mit dem Trabi auf der Brücke liegen? Und warum ist ihre einzige Reaktion darauf, mit einer blauen Federboa um sich zu wedeln? Man weiß es nicht.)

Diesmal wollte ich aber noch ein bisschen mehr von der Gegend sehen und fuhr deshalb an den Markkleeberger See, eine der vielen gefluteten ehemaligen Braunkohlegruben im „Leipziger Neuseenland“ (das mir ungefähr tausendmal von euch empfohlen wurde. Zu Recht! Danke!). Tja und was soll ich sagen: Noch ein Grund mehr, mal nach Leipzig zu fahren! Herrliche Seen, ab und zu steht noch ein Bagger verloren in den Gegend rum, da schaut man halt großzügig dran vorbei und genießt das klare Wasser und die angenehmen Temperaturen, und freut sich, wie klassisch sächsisch-unkompliziert hier alles gehandhabt wird, zum Beispiel das Einchecken auf dem Campingplatz: „Gibsd’n Zehner und guud!“

Um die Umland-Experience perfekt zu machen, fuhr ich dann noch mit dem Bus nach Grimma, einer gemütlichen Kleinstadt, durch die schon Gerhard Schröder beim Jahrhunderthochwasser 2002 gestapft ist (in Gummistifelen!) und damit Edmund Stoibers Kanzlerkandidatur versenkt hat. Von dort ging’s auf dem „Weg der Steine“ durch das geradezu lächerlich idyllische Tal der Mulde (Störche! Greifvögel! Ne Mühle! Und … äh … Mähdrescher!) zu meiner Endstation: Dem Thümmlitzsee.

Bei dem bin ich mir im Nachhinein nicht mehr sicher, ob es wirklich ein öffentlicher Badesee ist, oder doch eher ein Privatsee auf einem Privatgelände. Jedenfalls bin ich gemäß meinem Motto „Je unsicherer man ist, umso überzeugter muss man gucken“ stramm ans Ufer marschiert, hab den Rucksack von mir geworfen und erst mal ein paar Runden im Wasser gedreht. Hat niemanden gestört und da ich danach noch einen stattlichen Eisbecher im Café vernichtet habe, schätze ich mal, das war schon okay.

Übrigens: eine wichtige Vokabel sollte man beherrschen, wenn man momentan nach Sachsen reist. Man hört sie auf vielen Campingplatz und auch in manchen Restaurants und ich habe sie erst nach dem dritten Mal so richtig verstanden: „Schnuudnbullibrausteniie!“. Zu deutsch: „Die Mundnasen-Bedeckung (Schnutenpulli) kannst du hier absetzen.“

Na dann.

P.S.: Spätestens am 16. Januar bin ich wieder in Leipzig: mit meinem Soloprogramm im Kupfersaal. Also macht euch schon mal nen Knoten in den Schnuudnbulli!

 

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